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Am Abschalten und auf Abwegen

hallo ihr Lieben,

eine Auszeit nehmen
...vielleicht war das unbewusst meine Motivation, den Sommer auf dem Camping de Saumont in der Chautagne zu verbringen. Irgendwie erlaubt es mir dieser Ort, alle Fragen und Gedanken, die mich beschäftigen, eine Zeit in die Abstellkammer zu schließen und einfach voll und ganz hier zu sein. Dazu tragen sicher zwei Aspekte bei: die Arbeit und das Landleben. Während der Hochsaison geht man hier ganz in den alltäglichen Aufgaben auf, welche die gesamte Aufmerksamkeit und Energie beanspruchen. Jetzt ist der Campingplatz fast ausgebucht - oder in anderen Worten: belebt! Das Treiben und die Ansprüche der Gäste steigern die Motivation und sie halten einen auf den Beinen - gerade habe ich meinen "Pizza-Rekord" gebrochen, innerhalb von 2 Stunden gingen 33 Stück knusprig heiß und duftend über die Theke - am Ende des Abends konnte ich sie allerdings kaum noch riechen....
Der zweite Aspekt ist die Atmosphäre auf dem Land in Frankreich - obwohl es sich um eine touristische Region handelt, habe ich auf meinen Ausflügen durch die Dörfer das Gefühl, als herrsche hier soviel Ruhe und Natürlichkeit , dass ich davon einen Teil aufnehmen und verinnerlichen möchte, um es als Souvenir nach Deutschland mitzunehmen und zu bewahren, wenn ich mich wieder dem Studium, der Magisterarbeit und den Fragen nach meiner beruflichen Zukunft zuwende....

auf Abwegen wandeln
An meinem freien Tag habe ich tatsächlich einmal auf touristischen Pfaden gewandelt - und fühlte mich dabei etwas abseits meiner üblichen Route, aber Abwechslung würde stilistisch auch wunderbar in den Titel passen.

Diese Woche habe ich mir den Montag frei genommen, und konnte so endlich das Kloster Hautecombe besuchen, welches dienstags geschlossen ist. Das kloster ist wunderbar am Ufer des Sees gelegen, und nachdem ich es schon von oben und vom See aus betrachten durfte, bin ich nun auch sein Inneres vorgedrungen: Die Kirche beeindruckt mit wunderbarer gotischer Architektur und Marmorstatuen, und in einem Nebengebäude sind aktuelle Fotos der Region ausgestellt, denen jeweils eine historische Zeichnung desselben Blickes gegenübergestellt wurde, ein gelungenes künstlerisches Konzept! Nur die Idee der Audioguides als Führer hat mich nicht überzeugt - es mag wirtschaftlich sein, aber die persönliche Begegnung und die menschliche Interaktion bleibt dabei auf der Strecke, ganz abgesehen davon, dass man keine Fragen stellen kann - sieht so der Tourismus der Zukunft aus? Als ich das Kloster verließ, wartete bereits eine Menschenschlange darauf, die Kirche im nächsten Durchgang zu stürmen und die kleinen Apparate in die Hand gedrückt zu bekommen.

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Nach dieser kulturellen Besichtigung wandte ich mich wieder der Natur zu und machte eine Bootsfahrt durch den Canal de Saviere, der die Rhone mit dem Lac de Bourget verbindet. Anders ausgedrückt handelt es sich also um eine Durchgangsstraße, und es herrschte entsprechender Verkehr: Kanus, Kajaks, Motorboote.... schon als ich meine Fahrt antreten wollte, brauchte ich drei Anläufe um den richtigen Anleger zu finden - denn in dem kleinen Ort Chanaz buhlen sage und schreibe drei Bootsgesellschaften um die Gunst der Touristen! Das nenne ich Wettbewerb...
Allerdings hielt das mich nicht davon ab, nach einer anstrengenden Fahrradfahrt die Füße hoch zu legen, zu entspannen und den abendlichen, warmen Wind zu genießen, der über das Wasser strich.

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Danke für dein Interesse an meinem Blog und bis zum nächsten Eintrag,

Roni

Posted by Roni_Paris 13:43 Archived in France

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