A Travellerspoint blog

Von Motivation und Müdigkeit

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Hallo ihr Lieben,

mit dem Ende der Saison ließ der Druck nach und es stellte sich zunächst die große Müdigkeit und ein kleines Motivationstief ein – neben technischen Problemen (das Internet kam und ging nach Belieben) hat das zur Verspätung meines Blogeintrages beigetragen.

Spätsommer
Der Müdigkeit fröne ich vorzugsweise am Pool, wobei mich die Strahlen der Spätsommersonne angenehm erwärmen und eine leichte Brise auf der Haut kribbelt. Nachts dagegen wird es schon empfindlich kühl, doch ist die morgendliche Frische das beste Mittel gegen die Trägheit: um warm zu werden, absolviere ich meine tägliche Joggingtour nun in Rekordzeit!

Jagdfieber
Hochmotiviert erscheinen die aufgeweckten Jagdhunde, denen ich bei meinem Dauerlauf begegne, die mich gelegentlich ein Stück begleiten und deren Gebell mal ferner, mal dichter aus dem Gebüsch erklingt, unterbrochen nur von dem ein oder anderen Schuss, der einem Wildschwein gilt.
Nicht müde wurden zu unserem Leid die Schafe, die wir einfangen wollten, um ihnen eine Wurmkur zu verpassen und sie auf einen Fleck frischen Grases zu versetzen. Nach 2 Stunden war es uns endlich gelungen, die 2 Tiere 200 m weiter zu platzieren. Nach dieser ermüdenden Jagd stellte ich mir die Frage, ob die Bezeichnung „Rezeptzionistin“ meinen Tätigkeiten auf dem Campingplatz wohl gerecht wird....

Augustgäste
... können ebenfalls sehr ermüdend sein! Der Augustgast ist von seinem Charakter her zwar liebenswürdig, doch zeichnet er sich durch zahlreiche Extrawünsche aus („kann ich Ihren Backofen nutzen?“ „Können Sie bitte meine Campinglampe anzünden?“ „haben Sie Sonnenschirme, die wir mit an den Strand nehmen können?“) sowie durch eine gewisse Unachtsamkeit – nach einem Grillabend auf der Terrasse war ein Loch in das Vordach gebrannt und auch die Mülltonne stand in Flammen.... das erfordert eine ständige Präsenz und Aufmerksamkeit unsererseits. Gut, das jetzt September ist! J

Badefreuden
... sind erfrischend und gut geeignet, die Motivation und Energie wiederherzustellen!
Zu meiner großen Freude haben mich meine Mutter und Claus ein paar Tage besucht, und da ich fast so wasserbegeistert bin wie meine Erzeugerin (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!), haben wir eine Tretboottour auf dem See unternommen – Bad und Kletteraktion mit inbegriffen. Letztere war erforderlich, um vom kühlen Nass wieder auf das Boot zu gelangen.....
Unfreiwillig war dagegen das zweite Bad. Jean-Paul und ich nutzten die perfekten Segelbedingungen (= Sonne + Wind + keine Gäste an der Rezeption), um dem Campingplatz ein paar Stunden zu entfliehen und auf dem See Katamaran zu fahren. Welch herrliches Gefühl, so über das Wasser zu gleiten! Und aufregend zugleich, denn der heftige Wind brachte das Boot immer wieder in Schieflage, und schließlich endete der Törn Kiel oben. Nachdem wir das Boot endlich wieder umgedreht hatten, waren wir dafür hochmotiviert das Ufer anzusteuern, die nasse Kleidung zu wechseln und uns ein heißes Getränk zu gönnen!

Feierabendbier
Zumindest ein deutsches Wort beherrschen fast alle unsere Gäste mittlerweile – und sind immer wieder fasziniert, dass es für das kleine Blonde nach getaner Arbeit einen eigenen Begriff gibt – wenn das mal keine Stereotypen über die Deutschen festigt.... Aber ich serviere es natürlich gern an der Bar und verbinde die Gelegenheit mit einem kleinen Plausch über den Tag, den Feierabend und natürlich Stereotypen.

So, jetzt überwältigt mich die Müdigkeit, darum ist jetzt auch bei mir Feierabend – schließlich will ich morgen frisch und motiviert sein, wenn meine Schwester Nicola ankommt!

Alles Liebe,
eure Roni
P.S.: aktuelle Fotos gibt es in der Gallerie - da die Seite nicht richtig funktioniert, konnte ich sie leider nicht in de Fließtext einfügen....

Posted by Roni_Paris 14:36 Archived in France Comments (0)

Gemischtes

hallo ihr Lieben,

Mit gemischten Gefühlen
...verbinde ich die zweite Hälfte des Monats August. Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, und wieder bin ich überrascht, wie sich die Atmosphäre innerhalb weniger Tage ändert, wenn die Abreisen die Ankünfte übersteigen. Es ist einerseits traurig, sich von den Gästen zu verabschieden, von denen ich einige richtig ins Herz geschlossen habe. Auf der anderen Seite tut es gut, etwas zur Ruhe zu kommen, wieder eine Mahlzeit zu beenden ohne mehrmals unterbrochen zu werden, oder während der Arbeit eine Pause für ein Runde Billard einlegen zu können...

Mit allen Sinnen
...wurde das letzte Camping Dinner erlebt: Neben den üblichen Gaumenfreuden und den damit verbundenen Düften und visuellen Eindrücken gab es am Donnerstag mächtig was auf die Ohren: Eine Gruppe von Musikern sorgte für eine einmalige Stimmung, und einige Gäste forderten sogar ihren Tastsinn, indem sie zum Mikro oder zum Schlagzeug griffen und spontan etwas zum Besten gaben - und das zu Recht, denn unter ihnen weilten wahre Talente!

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Liveauftritt auf dem Camping de Saumont

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Das Dessert wird serviert: passend zum Menu "Käse" - ein Käsekuchen!

Mit durchwachsenem Wetter
...hatte ich in der letzten Woche zu kämpfen. Zwei Tage schüttete der Himmel sich über uns aus, was bei mir zu unruhigen Nächten führte, da das Plattern auf dem Wohnwagendach mich wiederholt aus dem Schlummer riss. Der gleichzeitige Temperatursturz ließ meinen Teekonsum von 0 auf 80 steigen, um nicht mit einer Jacke an der Rezeption zu sitzen. Glücklicherweise kamen die Sonne und die Wärme pünktlich zu meinem freien Tag zurück - oder anders gesagt, hatte ich ihn geschickterweise auf den Wochentag mit der besten Wettervorhersage gelegt....

Mit nasser Kleidung
...verbrachte ich meinen freien Tag. Da ich die erste Tageshälfte entspannt am und im Pool verbrachte, war dies zunächst auch durchaus gewollt. Und als angenehmer Nebeneffekt machte sich eine leichte Intensivierung meiner Bräune bemerkbar.
Am Nachmittag unternahm ich eine Kajaktour auf dem Kanal de Saviere, hier paddelte ich eher angespannt, um mein Boot rechtzeitig wieder abzugeben. Währenddessen rieselte das Wasser ununterbrochen am Paddel entlang ins Boot und durchnässte meine Hose, was mit beim Aussteigen ein breites Grinsesn der Personen am Steg bescherte. Und was den Nebeneffekt betrifft, fürchte ich morgen mit einem Muskelkater aufzustehen....

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Mit dem Kayak auf dem Canal de Saviere bei Chanaz

Gros bisous,
Roni

Posted by Roni_Paris 12:54 Archived in France Comments (0)

Am Abschalten und auf Abwegen

hallo ihr Lieben,

eine Auszeit nehmen
...vielleicht war das unbewusst meine Motivation, den Sommer auf dem Camping de Saumont in der Chautagne zu verbringen. Irgendwie erlaubt es mir dieser Ort, alle Fragen und Gedanken, die mich beschäftigen, eine Zeit in die Abstellkammer zu schließen und einfach voll und ganz hier zu sein. Dazu tragen sicher zwei Aspekte bei: die Arbeit und das Landleben. Während der Hochsaison geht man hier ganz in den alltäglichen Aufgaben auf, welche die gesamte Aufmerksamkeit und Energie beanspruchen. Jetzt ist der Campingplatz fast ausgebucht - oder in anderen Worten: belebt! Das Treiben und die Ansprüche der Gäste steigern die Motivation und sie halten einen auf den Beinen - gerade habe ich meinen "Pizza-Rekord" gebrochen, innerhalb von 2 Stunden gingen 33 Stück knusprig heiß und duftend über die Theke - am Ende des Abends konnte ich sie allerdings kaum noch riechen....
Der zweite Aspekt ist die Atmosphäre auf dem Land in Frankreich - obwohl es sich um eine touristische Region handelt, habe ich auf meinen Ausflügen durch die Dörfer das Gefühl, als herrsche hier soviel Ruhe und Natürlichkeit , dass ich davon einen Teil aufnehmen und verinnerlichen möchte, um es als Souvenir nach Deutschland mitzunehmen und zu bewahren, wenn ich mich wieder dem Studium, der Magisterarbeit und den Fragen nach meiner beruflichen Zukunft zuwende....

auf Abwegen wandeln
An meinem freien Tag habe ich tatsächlich einmal auf touristischen Pfaden gewandelt - und fühlte mich dabei etwas abseits meiner üblichen Route, aber Abwechslung würde stilistisch auch wunderbar in den Titel passen.

Diese Woche habe ich mir den Montag frei genommen, und konnte so endlich das Kloster Hautecombe besuchen, welches dienstags geschlossen ist. Das kloster ist wunderbar am Ufer des Sees gelegen, und nachdem ich es schon von oben und vom See aus betrachten durfte, bin ich nun auch sein Inneres vorgedrungen: Die Kirche beeindruckt mit wunderbarer gotischer Architektur und Marmorstatuen, und in einem Nebengebäude sind aktuelle Fotos der Region ausgestellt, denen jeweils eine historische Zeichnung desselben Blickes gegenübergestellt wurde, ein gelungenes künstlerisches Konzept! Nur die Idee der Audioguides als Führer hat mich nicht überzeugt - es mag wirtschaftlich sein, aber die persönliche Begegnung und die menschliche Interaktion bleibt dabei auf der Strecke, ganz abgesehen davon, dass man keine Fragen stellen kann - sieht so der Tourismus der Zukunft aus? Als ich das Kloster verließ, wartete bereits eine Menschenschlange darauf, die Kirche im nächsten Durchgang zu stürmen und die kleinen Apparate in die Hand gedrückt zu bekommen.

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Nach dieser kulturellen Besichtigung wandte ich mich wieder der Natur zu und machte eine Bootsfahrt durch den Canal de Saviere, der die Rhone mit dem Lac de Bourget verbindet. Anders ausgedrückt handelt es sich also um eine Durchgangsstraße, und es herrschte entsprechender Verkehr: Kanus, Kajaks, Motorboote.... schon als ich meine Fahrt antreten wollte, brauchte ich drei Anläufe um den richtigen Anleger zu finden - denn in dem kleinen Ort Chanaz buhlen sage und schreibe drei Bootsgesellschaften um die Gunst der Touristen! Das nenne ich Wettbewerb...
Allerdings hielt das mich nicht davon ab, nach einer anstrengenden Fahrradfahrt die Füße hoch zu legen, zu entspannen und den abendlichen, warmen Wind zu genießen, der über das Wasser strich.

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Danke für dein Interesse an meinem Blog und bis zum nächsten Eintrag,

Roni

Posted by Roni_Paris 13:43 Archived in France Comments (0)

Hoch zu Ross und auf dem Boden der Tatsachen

hallo ihr Lieben,

Düfte atmen
ich sitze gerade in der Küche und atme den Duft von Aprikosencrumble, der dem Backofen entströmt, und von Sangria, die frisch zubereitet vor mir auf dem Tisch steht - eine herrlich fruchtige Mischung! Und um bei den Düften zu bleiben: die haben sich auch letzten Donnerstag verbreitet, als wir mit einem Buffet den 20sten Geburtstag des Campingplatzes Saumont gefeiert haben! Am Vorabend kam - bei 0 Anmeldungen - die Sorge auf, wir könnten auf den Unmengen an Essen sitzenbleiben - die erwies sich zum Glück als unbegründet, denn am Folgetag fanden sich gut 50 Personen zu Tische ein, um mitzufeiern - und zu essen.

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Küsschen verteilen
Das Essen war gleichzeitig auch die letzte gemeinsame Mahlzeit mit mehreren Stammgästen, die wir für eine ganze Weile beherbergen durften. Sie tragen viel zu der besonderen Atmosphäre auf dem Campingplatz bei, und zu meiner Freude waren sie jeden Donnerstag auch fleißige Küchenhelfer!
Der Abschied war herzlich, mit einem augenzwinkernden "bis zum nächsten Jahr" ihrerseits, was ich mit einem wagen "naja, man weiß ja nie..." beantwortete.
Aber es kamen auch neue Gäste an - ebenfalls gute Bekannte vom letzten Jahr, mit denen wir sicher viele schöne momente verbringen werden. So wurden diese Woche viele Abschieds- und Begrüßungsküsschen verteilt.

Füße schonen
...das nahm ich mir für meinen freien Tag vor und beanspruchte stattdessen mein Gesäß.
Die erste Tour bestritt ich mit dem Stahlross, auf einer sogenannten "Veloroute" - eine Art Schnellstraße für Radfahrer entlang der Rhone. Schnell fahren konnte man allerdings auf der ebenen Asphaltpiste, nur von der Nähe zum Fluss hatte ich herzlich wenig, da der Deich die Sicht versperrte.
Einen belebenden Zwischenstopp legte ich in Chanaz ein, wo ich eine traditionelle Kaffeerösterei besichtigte und mich in die Geheimnisse der aromatischen Kaffeezubereitung einweihen ließ - was mich leider zu der Erkenntnis brachte, dass ich gewöhnlich eine ziemlich fade Brühe trinke.

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Pause an der Rhone

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Chanaz, am Kanal gelegen

Die zweite Tour unternahm ich dann tatsächlich mit einem Vierbeiner, Marco, der mich geduldig durch die bergige Landschaft rund um den Col de Sapenay trug. Nach einem erfrischenden Galopp über ein Feld erfreute er sich am frischen Gras, während ich die Aussicht auf den Lac de Bourget genoss.

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Reiten soll gefährlich sein? Mag sein, vor allem auf dem Stahlross. Auf der Abfahrt vom Col du Sapenay unterschätze ich die Bremskraft meines Mountainbikes derart, dass ich die Räder blockierte und unversehens ein Salto über das Lenkrad schlug, mein Fahhrad tat es mir im nächsten Moment nach und landete - weich - oben auf. Ein Glück, dass der Seitenstreifen von dichtem Gras bewachsen war, so kam ich mit einem Schrecken und ein paar Schrammen davon. Ich war wieder in der Realität angekommen.

So, jetzt muss ich aber fix zum Ofen, ehe der Aprikosencrumble verbrennt!!!

bis nächste Woche,
eure Roni

Posted by Roni_Paris 13:27 Archived in France Comments (0)

Geteilter Feiertag - doppelte Freude!

hallo ihr Lieben,

Gaumenfreuden
wie ihr in der Überschrift seht, geht es mal wieder um meinen freien Tag - aber damit ihr jetzt nicht denkt, ich würde hier gar nicht arbeiten, gabe ich euch ein Foto herausgesucht wo ich mich nützlich mache:

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Hier sorge ich - mit Hilfe, versteht sich - für das leibliche Wohl der Gäste beim wöchentlichen Camping Dinner. Letzte Woche gab es ein Menu regionaler Küche: Quiche, dann eine regionale Wurstspezialität in Weißweinsauce und dazu Buchweizengratin - so lerne ich neue Rezepte kennen und wurde mir gleichzeitig bewusst, welch ein Aufwand es ist, für ca. 40 Personen Quiche zu backen - am Vortag stand ich bis spät Abends in der Küche... beim nächsten Mal kaufe ich Fertigböden! Zumindest blieben einige Reste für uns, um ein paar Tage davon zu essen - am Montag sind nämlich die Kinder meines Chefs abgereist, die sich während der letzten Wochen um die Mahlzeiten gekümmert haben, eine Aufgabe die jetzt wieder uns zufällt.....

Ruhepausen
Um meine Freizeitaktivitäten mit meinen Verpflichtungen auf dem Campingplatz in Einklang zu bringen, hatte ich diese Woche einen gesplitteten Urlaubstag.
Während der ersten Hälfte - ein Nachmittag - tat ich das, was man wohl von einem Ruhetag erwartet: ausspannen! Und wo lässt sich das besser umsetzen, als an einem kleinen Fleckchen am Ufer der Rhone, soweit versteckt, dass sich kein Mensch hierher verirrt? Ich habe die Touristen ja gern, aber manchmal tut es auch gut, sie ein paar Stunden nicht um sich zu haben... :-)
Außerdem war ich in bester Gesellschaft: mein Handtuch, meine Sonnenbrille, mein Buch.... inmitten der Natur!

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Actioneinlagen
...auf die wollte ich natürlich nicht verzichten! Diesmal stand eine kleine Klettertour auf dem Programm, unter fachkundiger Anleitung eines Bergführers. An einem Felsen zu klettern ist doch ein ganz anderes Gefühl, als sich an einer Hallenwand hochzuhangeln.... und wenn man erst einmal den Dreh raus hat und dem Partner, der das Seil hält vertraut, macht es richtig Spaß!!
Zum sportlichen Abschluss des Vormittags musste ich allerdings fast 20 km mit dem Fahrrad zurück zum Campingplatz fahren - welch ein Glück, das Jean-Paul mich am am Morgen mit dem Auto zum Treffpunkt gefahren hätte, sonst wäre ich am Nachmittag wohl für nichts mehr zu gebrauchen gewesen...

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Danke für euer Interesse und bis zur nächsten Woche!

eure Roni

Posted by Roni_Paris 03:28 Archived in France Comments (0)

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